Auch als Single sicher leben!?

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„Geschlagen und gefesselt: Seniorin im eigenen Zuhause überfallen!“ Oder: „Pfarrer zu Hause überfallen - verletzt in der Klinik!“ Die Schlagzeilen ähneln und wiederholen sich. Denn offensichtlich scheinen alleinstehende Personen bei Einbrechern besonders beliebt zu sein ...

 

Schließlich braucht hier kein Langfinger zu fürchten, dass einem der beiden Ehepartner die Flucht gelingt und der dann die Polizei ruft:

 

Einbrüche nehmen allgemein zu!

Es gibt also gute Gründe dafür, warum sich nicht nur alleinstehende junge Frauen häufig unsicher fühlen und in Alarmanlagen und Querriegel an Türen investieren.

Tatsächlich scheint das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen generell zu wachsen. Verständlich angesichts der Zahlen, die immer wieder publiziert werden:

Denn eingebrochen wird in Deutschland quasi im Minutentakt. So geht die Deutsche Versicherungswirtschaft in ihrem „Einbruch Report“ für das Jahr 2015[1] von jährlich rund 150.000 Haus- und Wohnungseinbrüchen aus und weiß, dass die Zahlen innerhalb der letzten 5 Jahre um 35 Prozent gewachsen sind.

Dabei gelten Metropolen wie Berlin, Hamburg und Bremen als Hotspots der Szene. Doch eingebrochen wird überall und in nahezu jedes Objekt. Und das nicht nur in Villen, sondern auch in Wohnblocks. Und das oftmals gleich reihenweise, wobei auch die Zahlen in kleinen Bundesländern wie dem Saarland alarmieren.

 

Dramatische Folgen:

Mit dramatischen Folgen, da die Opfer nicht allein finanziell „bluten“, sondern zudem eine psychische Komponente im Spiel ist. Denn viele können und wollen nach der Tat nicht mehr in jenen Räumen wohnen, die von den Langfingern durchwühlt wurden!

Dabei gibt es, neben alleinstehenden Personen, die offenbar besonders häufig das Überfall eines Raubs werden, auch bestimmte Objekte, die für Einbrüche prädestiniert scheinen: Dazu zählen nach Auskunft der Experten alleinstehende Häuser, aber auch Erdgeschosswohnungen; wer sich unsicher fühlt oder als weiblicher Single lebt, sollte daher einmal über eine Bleibe im 2. oder 3. Stock nachdenken!

 

Handeln und in die eigene Sicherheit investieren:

Denn Handeln scheint heute nötiger denn je zuvor. Zumal gerade die Zahlen bei den Einbrüchen zulegen, während bei anderen Verbrechensformen Erfolge und Rückgänge erzielt werden. Dabei spielt gerade bei weiblichen Diebstahls- und Einbruchsopfern zudem die Angst vor sexuellen Übergriffen eine große Rolle ... spätestens seit Köln scheinen daher Selbstverteidigungskurse sowie die Nachfrage nach Reizgas zu boomen. Eine Nachfrage, die von einigen Experten mit Skepsis beäugt wird. Tatsächlich scheint gerade bei Pfefferspray der Erfolg ungewiss, da Frau im Fall der Fälle die Waffe nicht zwangsläufig rechtzeitig parat hat.

Doch wie groß die Angst vor sexuellen Übergriffen ist und wie sehr das Thema heute auch die Veranstalter von Großevents bewegt, zeigen Initiativen wie „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“. Hier werden Besucherinnen des Oktoberfestes dazu ermuntert, im Fall der Fälle lautstark die Solidarität und Hilfe von Umstehenden einzufordern; auch eine Verabredung mit Freundinnen sei[2] im Zweifel „Alleingängen“ vorzuziehen.

Und natürlich gilt hier wie in der Disco: Darauf achten, dass das Glas mit dem Bier, Cocktail oder Sprudel stets zugedeckt und am Mann bzw. an der Frau bleibt. Denn Knockout-Tropfen sind eine leidige und perfide Masche, die bei Sexual- wie auch Eigentumsdelikten benutzt wird!

 

Sicheres Wohnumfeld:

Insofern stellt das Thema Sicherheit heute für viele Unternehmen ein wichtiges Standbein dar.

Tatsächlich sind die technischen Möglichkeiten beeindruckend und reichen von einer Anwesenheitssimulation während des Urlaubs und der Arbeit - etwa durch automatische Rollläden - bis hin zu Alarmanlagen und Bewegungsmeldern, die bei der eigenen Ankunft oder Fremden auf dem Grundstück das Licht anschalten.

Doch auch mechanische Maßnahmen wie Türspione, Ketten und Querriegel können helfen. Dabei glauben Experten, dass die größte Sicherheitslücke oftmals der Mensch selbst und dessen Bequemlichkeit sind:

Denn Fenster, die auf Kipp stehen oder Ersatzschlüssel, die unter einem Blumentopf deponiert wurden, machen Langfingern den Zutritt leicht. Umgekehrt können aufmerksame Nachbarn viel zu eigenen Sicherheit beitragen. Und das gerade bei Singles und Senioren. Schließlich könnte ja auch mal ein medizinisches Problem vorliegen.

 

Aktion wachsamer Nachbar?

Im Saarland[3] geht man daher davon aus, dass vor allem eine Kombination aus eigener Präventionsarbeit und polizeitaktischen Maßnahmen zum Erfolg führt. Denn immerhin jeder dritte Einbruch (!) scheitert nach Auskunft der Ermittler an aufmerksamen Nachbarn. Hier gibt es daher die Kampagne und ein Logo (bzw. Aufkleber) namens „Vorsicht! Wachsamer Nachbar“. Damit könne manch Einbruch und damit auch viel Schaden und Ärger verhindern werden.

„Jenseits“ der zwischenmenschlichen Komponente kann es daher gerade für Alleinstehende sinnvoll sein, gute Beziehungen zur Nachbarschaft zu pflegen. Denn „Sensibilität, Aufmerksamkeit und Wachsamkeit der Nachbarn haben nichts mit Schnüffeln oder Spionieren zu tun, sondern sind Ausdruck sicherheitsbewussten Verhaltens und nachbarschaftlicher Mitverantwortung“, erklärt die Saar Polizei abschließend.

 

 

 

 



[1] http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2015/05/GDV-Einbruch-Report_2015.pdf

[2] http://www.oktoberfest.de/de/article/Oktoberfest+2016/Service/Sichere+Wiesn+f%C3%BCr+M%C3%A4dchen+und+Frauen/2434/

[3] http://www.saarland.de/9849.htm