Alarmanlagen wichtiger denn je zuvor

 

Wir Deutschen lieben unser Bargeld. Ganz anders als die Dänen, wo im Alltag bereits weitgehend mit Karte und anderen bargeldlosen Systemen bezahlt wird. Das bedeutet jedoch, dass viele von uns größere Bargeldsummen zu Hause lagern oder im Portemonnaie haben ...

 

Eine Gelegenheit für Einbrecher und Trickbetrüger, jedenfalls dann, wenn unser Zuhause nicht durch sinnvolle Systeme wie Alarmanlagen und Querriegel in Türrahmen vor Langfingern und anderen ungebetenen Gästen geschützt wird:

 

Wer lagert größere Bargeldsummen zu Hause?

Tatsächlich gibt es gute Gründe, warum heute viele Bundesbürger ihre Wohnung via Smart Home im Blick haben oder Alarmanlagen und Tresore installiert haben. Schließlich führen auch die mickrigen Zinsen am Kapitalmarkt dazu, dass immer mehr Menschen größere Bargeldsummen im Haus haben. Zumal bei einigen Instituten bereits über Strafzinsen für Guthaben auf Girokonten (betroffen sind derzeit einige wenige Privat-, vor allem jedoch gewerbliche Kunden!) nachgedacht wird.

 

Gute Verstecke für Bargeld gibt es nicht!

sicherleben_smartsee01[1]Doch auch ältere Menschen lagern ihr Vermögen häufig in Kommoden, unter Matratzen und in anderen Verstecken, die jedoch alles andere als „safe“ sind.

Denn gute Verstecke für Bargeld gibt es nicht. So gehen Ermittler und Versicherungsunternehmen davon aus, dass Einbrecher mit nahezu jedem Trick vertraut sind. Matratzen, Bilderrahmen und Blumenvasen werden daher nach Auskunft des AXA Konzerns[2] als erstes durchsucht.

Auch die Schmutzwäsche, der Gefrierschrank oder eine Keksdose sind nach den Erfahrungen der Versicherungsbranche kein ideales Versteck. Das gilt leider auch für Buchhüllen und andere Gadgets, die heute als vermeintlich sichere Bleibe für Bargeld offeriert werden. Denn erfahrene Diebe werden auch Bücher routiniert aufblättern - zumal dann, wenn nur wenige davon im Haus sind.

Um überhaupt Sinn zu machen, muss ein derartiger „Buchtresor“ daher in einer größeren Bibliothek versteckt werden.

 

Der limitierende Zeitfaktor:

Schließlich spielt der Zeitfaktor für Diebe eine entscheidende Rolle. Nur einer der Gründe, weswegen viele Einbrecher bereits dann aufgeben, wenn ihnen der Zutritt zur Wohnung durch Querriegel oder einbruchshemmende Rollläden verwehrt wird.

Vermeintliche Binsenweisheiten wie „Gelegenheit macht Diebe“ sind daher durchaus ernst zu nehmen. Die Polizei in Rheinland Pfalz spricht nicht umsonst von „tatfördernden Merkmalen“, die Einbrechern ihr Leben leicht machen, und empfehlt, diese durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu entschärfen. Unter anderem sollten[3] Zugänge, die sich bereits mit einfachen Mitteln aufhebeln lassen, verstärkt werden.

Nach Auskunft der Beamten nutzen Langfinger zudem häufig leicht erreichbare Fenster- und Terrassentüren, die im wenig einsehbaren, rückwärtig gelegenen Bereich eines Hauses liegen. Auch und gerade in der Dämmerung, so dass die Redensart vom „lichtscheuen Gesindel“ durchaus korrekt ist.

Hier könnten aufmerksame Nachbarn helfen und den ein oder anderen unbefugten Zutritt vereiteln: „Pflegen Sie den Kontakt zu Ihrer Nachbarschaft und helfen Sie sich gegenseitig. Neben mehr Lebensqualität erzielen Sie so zusätzlich Sicherheit“, erklären die Beamten.

 

Wie schützen Sie Ihr Heim?

Tatsächlich dürfe sich niemand davor scheuen, unbekannte Personen, die das Nachbargrundstück betreten, anzusprechen. Ist dagegen bereits ein Einbruch im Gange, sollte niemand den Helden spielen, sondern nur noch die 110 wählen!

Wer Fenster offen oder „auf Kipp“ stehen lässt oder gar den Wohnungsschlüssel unter der Fußmatte platziert, macht es Einbrechern natürlich leicht. Und riskiert im Fall der Fälle, dass sein Versicherungsschutz erlischt. Ohnehin übernehmen die meisten Versicherer lediglich den Wiederbeschaffungswert, nicht jedoch den einstigen Kaufpreis.

Erinnerungen, die mit altem Schmuck und Erbstücken einhergehen, können ohnehin nicht mehr ersetzt werden. Insofern macht es Sinn, wenn spätestens bei Renovierungsarbeiten an Häusern und Wohnungen auch in einen verbesserten Einbruchschutz investiert wird.

 

Von Panikräumen und anderen Maßnahmen:

Dabei muss nach Auskunft der Polizei, neben Alarmanlagen und Meldesystemen, stets auch an eine Absicherung der „Außenhaut“ gedacht werden.

Allerdings können vergitterte Fenster im Fall einer Brandkatastrophe für die Insassen auch zu einer Falle und tödlichen Gefahr werden. So ist unlängst im US-Bundesstaat Tennessee eine Großfamilie wegen ihrer Sicherheitsmaßnahmen nahezu komplett ausgelöscht worden. Denn neun der zehn Familienmitglieder starben bei einem nächtlichen Brand, weil sie nach Auskunft der Ermittlungsbehörden ihre Sicherheitstür und die vergitterten Fenster nicht schnell genug öffnen konnten.

Dennoch sind gerade hier, in den USA, Panik-Räume und „Schutzbunker“ im eigenen Haus äußerst populär. Viele horten hier sogar Lebensmittel für erwartete Unruhen, etwaige Nuklearkatastrophen oder den befürchteten Weltuntergang. So weit sollten wir hier bei uns in Deutschland sicher nicht gehen.

Doch ein gesundes Misstrauen und Sicherheitsmaßnahmen rund um die Wohnung oder das Gewerbeobjekt schaden sicherlich nicht. Denn 2015 wurden mehr Einbrüche denn je zuvor registriert. So stieg die Rate gegenüber dem Vorjahr um 9,9 Prozent!

Gerade Großstädte entpuppen sich dabei immer häufiger als heißes Pflaster: Unter anderem Dortmund, Leverkusen und Köln, aber auch Bremerhaven und Leipzig gelten als Einbruchshochburgen. Doch auch in ländlichen Regionen, zumal in Grenznähe, ist Vorsicht geboten.

Generell müssen wir einsehen, dass Täter nahezu überall und zu jeder Tages- und Jahreszeit zuschlagen (können). In Villengegenden ebenso wie in Hochhaussiedlungen. Während der Ferien wie auch im Winter, wenn es früher dunkel wird.

Gute Gründe also, das eigene Zuhause und Vermögen zu sichern!

 

 



[1] Pixabay

[2] https://www.axa.de/das-plus-von-axa/haus-mieten-wohnen/einbruch-und-diebstahl/wertsachen-wohnung-diebstahl

[3] http://www.polizei.rlp.de/internet/nav/52c/52c10ff1-4119-7d01-1106-791a94839292&_ic_uCon=4bd60e08-7e69-3011-7afe-23a94839292e&conPage=1&conPageSize=50.htm