Brandschutz bedeutet, Brände zu vermeiden

 

Ganz klar: Freie Fluchtwege und Feuerleitern sind wichtige Maßnahmen, die Leben retten, sobald es in einem Haus brennt. Oberste Devise in Sachen Brandprophylaxe muss jedoch sein, dass es erst gar nicht zum Unglück kommt:

 

Tatsächlich gibt es Situationen, die für Brände geradezu prädestiniert sind. Das muss keineswegs die viel zitierte Zigarette im Bett sein.

Denn auch durch unbeaufsichtigte Kerzen können - und das binnen Minuten - Feuerwalzen ausgelöst werden:

 

Advent, Advent, der Baum er brennt!

weihnachten_rauchmelder_sicherheit

Damit wird das Ulklied dann zur bitteren Realität. Tatsächlich nehmen gerade im Dezember die Haus- und Wohnungsbrände dramatisch zu. Das wissen nicht nur die Wehren, sondern auch Stiftung Warentest, wo[1] man sich ebenfalls bereits mit dieser Thematik befasst hat.

Hier raten die Experten, Weihnachtsbäume stabil, am besten auf feuerfesten Unterlagen, aufzubauen. Wer keine Lichterketten mag, sondern Naturkerzen am Baum hat, sollte diese zudem umsichtig und systematisch anzünden.

Auch frisch geschlagene Bäume helfen nach Auskunft der Warentester, Brände zu vermeiden. Denn gerade ausgetrocknete Koniferen können regelrecht explosionsartig Feuer fangen. Pusten reicht dann nicht mehr aus: „Löschwerkzeuge wie Feuerlöscher, Löschspraydose oder Löschdecke sollten schnell zur Hand sein“, mahnt daher Stiftung Warentest.

Auch in der Wohnung können übrigens, wie im Treppenhaus, Pappkartons und Papier zu einer großen Gefahr werden. Denn die sind leicht entflammbar und zudem wegen ihrer gigantischen Rauchentwicklung gefürchtet:

Geschenkpapier und Verpackungen sollten daher rechtzeitig weggeräumt werden.

 

Weihnachten = Katastrophenzeit:

Denn Weihnachten darf nicht länger die Zeit von Brandkatastrophen sein, wünscht sich auch berlin.de, die offizielle Homepage der Bundeshauptstadt. Denn auch die Kränze können rasch Feuer fangen. Daher dürfen hier Kerzen niemals runter brennen und[2] sollte welkes Grün ggf. gegen neue Zweige getauscht werden.

Doch auch im Sommer, beim Grillen, ereignen sich immer wieder böse Zwischenfälle, bei denen Menschen oder Tiere verletzt werden. Jeder Grill muss daher standsicher montiert werden. Zudem warnt der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein vor den hohen Temperaturen (die lodernden Flammen können bis 800 Grad, die Kohle immer noch 500 Grad warm sein!) sowie Stichflammen, die beim An- und Nachzünden mit ungeeigneten Flüssigkeiten wie Spiritus entstehen können.

Doch auch dann, wenn alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden, sollte man nach Auskunft der Feuerwehr[3] einen geeigneten Standort fernab von brennbaren Materialien wie Laub, Gartenmöbeln und Holzplanken auswählen.

Schließlich könnte ein Brand im Garten leicht auf das Wohngebäude übergreifen. Das gilt auch für brennende Gartenlauben, die leider oft das Opfer von Vandalen werden. Überwachungskameras und Bewegungsmelder, die den Garten auch bei Dunkelheit „auf dem Radar“ haben, können also Sinn machen.

 

Feuermelder & Co.:

Im Haus selbst stellen dann Feuer- und Brandmelder wichtige Komponenten im Sicherheitskonzept dar. Die sind in vielen Bundesländern Pflicht.

Auch in den Staaten, in Kanada und Australien existiert eine gesetzliche Rauchmelderpflicht. Auch Großbritannien schreibt für Neubauten mindestens einen Rauchmelder je Etage vor. Tatsächlich kommt es hier auf die Platzierung an; dabei solle freilich nicht nur an den Wohn- und Schlafbereich, sondern auch an Kellerräume und Treppenhäuser gedacht werden. Denn gerade dort schlagen Brandstifter oftmals zu.

Wichtig ist natürlich auch, dass Fluchtwege frei und Treppenhäuser nicht künstlich durch abgestellten Sperrmüll (der den Flammen zusätzlich Nahrung bietet) verengt werden. Im Zweifel gilt es, zügig die 112 zu wählen. Denn das Zeitfenster, in dem Anwohner Flammen noch selbst ersticken können, ist rasch vorüber. Schließlich wird in den meisten Fällen bereits die Rauchentwicklung zu einem Problem.

Wer einen Notruf absetzt, sollte sich klar und deutlich artikulieren.

 

Warten, bis die Wehr kommt:

Laut Auskunft der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung kommt es hier auf eine verständliche und klare Ortsbeschreibung an; zudem gilt es zu melden, ob Personen in Gefahr oder gar schon verletzt sind.

Auch am Arbeitsplatz empfiehlt[4] das Portal, Augen und Ohren offen zu halten.

So sollte jeder Beschäftigte die Fluchtwege und Notausgänge kennen. Das gilt auch für einen Besuch in der Disko. Natürlich wird im Fall der Fälle kein Aufzug benutzt. In einem mehrstöckigen Gebäude wird die Flucht dennoch, wann immer möglich, nach unten erfolgen.

Zudem muss die Ausbreitung der gefürchteten Rauchgase eingedämmt werden. Zwischentüren sind daher, nach dem Passieren, wieder zu zu ziehen (jedoch keinesfalls zu verschließen!); zudem sind Stürze auf jeden Fall zu vermeiden:

Denn Menschen in Panik kennen kaum Rücksicht. Daher finden bei Brandkatastrophen auch immer wieder Opfer durch andere Flüchtende, die über sie hinweg trampeln, den Tod!



[1] https://www.test.de/Brandschutz-zu-Hause-Damit-der-Adventskranz-nicht-abbrennt-4635183-4635186/

[2] http://www.berlin.de/special/immobilien-und-wohnen/ratgeber/1043294-893025-br%C3%A4ndevermeidentippsf%C3%BCreinesichereadve.html

[3] http://www.lfv-sh.de/fileadmin/download/merkblaetter/merkbl._gefah.n_b._grillen_.pdf

[4] http://www.jwsl.de/bonus/startesicher/01/01-130.html