Wohnungseinbrüche: Opfer leiden oftmals lange!

 

Offenbar wollen Politik und Justiz nun ernst machen. Wohnungseinbrüche sollen in Zukunft härter bestraft werden ...

Dazu Justizminister Heiko Maas: „Einbruchsdiebstähle in die private Wohnung sind Straftaten, die in die Intimsphäre der Menschen eindringen – und bei den Opfern traumatische Folgen haben können. Wir müssen alles tun, um die Menschen in ihren eigenen vier Wänden so gut wie möglich zu schützen!“

Höhere Mindeststrafen:

Daher soll in Zukunft ein „Einbruchsdiebstahl in eine dauerhaft genutzte Privatwohnung“, so der Juristen-Jargon, mit einer Mindeststrafe von einem Jahr belegt werden.

Als Höchststrafe sind aber auch 10 Jahre Haft denkbar. So genannte „minder schwere Fälle“ soll es dagegen bei Wohnungseinbrüchen in Zukunft nicht mehr geben.

Und das ist auch gut so, da viele Opfer nach einem Einbruch mit langwierigen psychischen Folgen zu kämpfen haben. Darauf macht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aufmerksam (http://www.gdv.de/2014/06/die-psychologischen-folgen-eines-einbruches/) und sieht viele Betroffene zunächst in einer Art Schockstarre.

 

Höhere Aufklärungsquoten wären wichtig!

Doch dann kommt die Erkenntnis, dass alles nicht nur ein böser Traum war. Viele Opfer fühlen sich laut GDV dann beschmutzt oder dauerhaft unsicher. Verschiedene Statistiken gehen davon aus, dass in 75 Prozent der Fälle ein ungutes Gefühl bleibt. Und bis zu 20 Prozent aller Opfer haben mit längerfristigen Problemen zu kämpfen.

Härtere Strafen allein dürften daher nicht ausreichen. Vielmehr müssen auch Prävention und Aufklärungsquote verbessert werden. Das weiß auch Justizminister Maas und fordert (http://www.gdv.de/2014/06/die-psychologischen-folgen-eines-einbruches/) daher mehr Personal für die Polizei. Zudem gibt es Überlegungen, Investitionen in den Einbruchschutz (zum Beispiel Alarmanlagen) staatlich zu fördern.

 

Auch das Gewerbe leidet:

Doch auch Gewerbe und Handel leiden. Und das angefangen beim Kiosk über den Friseursalon bis hin zum Autohaus. Hier, im Kfz-Gewerbe, scheint vor allem Bayern stark betroffen. Doch auch in Baden-Württemberg häufen sich die Fälle. Dabei entwenden Diebe ganze Fahrzeuge, aber auch Zubehör wie Reifen.

Einen neuen Brennpunkt machen Fahnder nun im Bereich der Tierarztpraxen aus. Hier ist häufig ein Medikament namens Ketamin das Ziel. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der gegen Schmerzen und zur Sedation genutzt wird. Doch das Mittel, das Tierärzten zur Narkoseeinleitung bei Pferden oder Hunden dient, kann auch zweckentfremdet als Suchtmittel genutzt werden. Vielen Praxen sind daher schon mehrfach die kompletten Bestände ausgeräumt worden.

Auch Bargeldbestände, und sei es in der Kaffeekasse, locken Täter an. Wie in Lohmar-Wahlscheid, wo die Täter nach Auskunft der Kreispolizeibehörde im Rhein-Sieg Kreis zunächst das Fenster einer Tierarztpraxis aufhebelten und so in die Praxisräume gelangten.

Dort stahlen sie die Kaffeekasse, den Inhalt einer Geldkassette und hebelten einen kleinen Würfeltresor von der Wand, der Medikamente enthielt. Der Beutewert wird insgesamt auf rund 1300 Euro geschätzt.

Dabei scheinen viele der Täter, zumindest dann, wenn es um Ketamin und andere berauschende Substanzen geht, selbst abhängig und finanzieren so, durch Einbrüche und als Kleindealer, ihre eigene Sucht.

Damit scheint auch und gerade die Beschaffungskriminalität in unserer Gesellschaft ein Problem zu sein. Dabei kennen die Täter kaum Grenzen und erweisen sich als äußert findig. Tatsächlich gab es auch Fälle, in denen Abhängige Parfum und Kosmetikprodukte, die beim Friseur und in Drogerieketten entwendet wurden, bei Prostituierten zu Bargeld gemacht haben!