Kriminalstatistik 2016:Licht und Schatten halten sich die Wage

 

Auch heuer ist in Berlin wieder die Kriminalitätsstatistik des vergangenen Jahres präsentiert worden ...

Dabei zeigte sich ein leichter Rückgang in der Summe aller Straftaten um 0,7 Prozent.

 

Genaue Analyse gefragt!

Doch das allein kann natürlich wenig aussagen. Zumal bei vielen Deutschen das subjektive Sicherheitsempfinden eingetrübt ist.

Tatsächlich hat gerade die Angst vor Terroranschlägen in der Vergangenheit stetig zugenommen. Ebenso müssen wir einsehen, dass viele Gewerbetreibende aufgrund von Diebstählen um ihre Existenz fürchten.

 

Von Bundesland zu Bundesland verschieden:

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière sprach daher von Licht wie auch Schatten, als die aktuellen Zahlen vorgestellt wurden. Zumal die Kriminalitätsbelastung in den einzelnen Ländern höchst unterschiedlich zu Tage tritt.

So musste selbst der Freistaat Bayern im vergangenen Jahr mehr Straftaten als bisher hinnehmen. Das nicht nur in Oberbayern, sondern auch just in der Landeshauptstadt München selbst.

Im Umkehrschluss kann sich das Bundesland jedoch bei den Wohnungseinbrüchen mit den niedrigsten Werten überhaupt rühmen. Dabei ist in Bayern, wie Landes-Innenminister Joachim Herrmann erklärt, auch beim Thema Einbruch die Aufklärungsquote hoch; immerhin wurden hier 2/3 aller Fälle aufgeklärt.

 

Die Frage der Zuwanderung:

Natürlich stellt sich dann auch im Freistaat die Frage, inwieweit Zuwanderer in die Kriminalität des Bundeslandes involviert sind? Tatsächlich musste allein in Bayern die Polizei rund 27.000 Einsätze im Umfeld der Unterkünfte fahren. Darunter auch im Rahmen von Gewaltdelikten.

Freilich ist es häufig so (das zeigen übrigens auch die Zahlen aus anderen Bundesländern), dass Straftaten innerhalb der Asylbewerberunterkünfte begangen werden, so dass Außenstehende nicht zwangsläufig von dieser Kriminalität tangiert werden.

 

Fallzahlen im Detail:

Doch zurück zu den bundesweiten Zahlen: Generell haben die Fälle schwerer Körperverletzung (+ 9,9 Prozent), Tötungsdelikte (+ 14,3 Prozent), aber auch Rauschgiftdelikte (+ 7,1 Prozent) sowie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung (+ 12,8 Prozent) zugenommen, so dass sich de Maizière über die zunehmende Gewaltbereitschaft innerhalb unserer Gesellschaft besorgt zeigt.

Dagegen scheinen Wirtschaftsdelikte (- 5,6 Prozent) rückläufig. Und auch bei den Wohnungseinbrüchen sind die bundesweiten Fallzahlen (- 9,5 Prozent auf 151.256 Fälle) nach Jahren erstmals wieder gesunken!

 

Was sagt die Politik?

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Markus Ulbig, sieht die Sicherheitsbehörden damit vor weiteren Herausforderungen, auch wenn Deutschland nach wie vor als eines der sichersten Länder weltweit gilt.

Zudem fordert Ulbig eine Harmonisierung der unter der Hoheit der einzelnen Länder stehenden Polizeigesetze; der gesetzliche und technische „Flickenteppich“ müsse endlich abgeschafft werden!

 

Gewerbetreibende besorgt!

Freilich können Zahlen und politische Aussagen nicht darüber hinweg täuschen, dass gerade Gewerbetreibende mittlerweile häufig konsterniert sind: Vor allem Ladeninhaber beklagen, dass viele Verfahren aus Diebstahldelikten bei Ersttätern und / oder mangels öffentlichen Interesses wieder eingestellt werden. Dann nützen natürlich auch Ermittlungserfolge oder Überwachungssysteme wenig, wenn (ermittelte) Täter weitgehend straffrei auf freien Fuß gesetzt werden!

 

Gewerbesicherung wichtiger denn je zuvor:

Tatsächlich scheint gerade die Gewerbesicherung wichtiger denn je zuvor, da viele Betriebe, zumal im Grenzgebiet, auch nach wie vor um ihren Fuhrpark besorgt sind.

Doch auch in Praxen und Apotheken sind, hier oftmals in Folge eine Drogen- und Suchtproblematik, die Einbruchszahlen hoch. Unter dem Motto „Sicheres Gewerbe“ will die Gewerkschaft der Polizei daher alle Unternehmer, auch Friseure und Kiosk-Betreiber, für diese Problematik (http://www.polizei-dein-partner.de/themen/einbruchschutz/einbruchschutz-gewerbe.html) sensibilisieren.

Denn vor allem in den Großstädten sind die Fallzahlen der Einbrüche in Betriebe beträchtlich. Wobei leider oftmals auch Kinder- und Jugendliche als Ladendiebe aktiv werden: Immerhin lag der Anteil Minderjähriger hier in der Vergangenheit bei und 30 Prozent!