Hotspot Leipzig:Warum Grenzregionen bei Einbrechern besonders beliebt sind?

 

Derzeit gilt Leipzig als einer der Hotspots der ostdeutschen Drogenszene, so dass in vielen Stadtteilen die Beschaffungskriminalität hoch ist ...

Sehr zum Leidwesen jener, die hier wohnen. Denn nicht nur Autodiebstähle häufen sich hier. Vielmehr treiben auch spezialisierte Banden ihr Unwesen, die sich offenbar auf den Diebstahl von Navigationsgeräten oder aber Wohnungsaufbrüche spezialisiert haben:

 

Hausbesitzer und Anwohner in Aufruhr:

Selbst Wechselgeld oder Ein-Euro-Münzen für den Einkaufswagen scheinen in Leipzig im Wageninneren plötzlich nicht mehr sicher. Dazu kommen Einbruchserien, so dass das Polit-Magazin Focus[1] davon ausgeht, dass die Anwohner in einigen Stadtteilen mittlerweile in Angst leben.

Auch die Polizei spricht von einer ungewöhnlichen Häufung. Und Ermittlungen, die angesichts osteuropäischer Banden, die sich bei Bedarf über die Grenzen absetzen, nicht immer leicht sind.

 

Grenzüberschreitende Kriminalität:

Ein Phänomen, das übrigens auch aus dem Saarland und anderen Grenzregionen bekannt ist. Zwar sind hier, längs der Saar, im Dreiländereck mit Frankreich und Luxemburg, die Zahl der Autodiebstähle rückläufig. Dafür häufen sich die Wohnungseinbrüche und gehen Ermittler davon aus, dass sich viele der Täter über die Grenze zum benachbarten Frankreich absetzen.

Doch was kann gegen die generell steigenden Einbruchsdelikte getan werden?

 

Was Anwohner tun können:

Nun, nach wie vor gelten aufmerksame Nachbarn als beste Einbruchprophylaxe überhaupt. Tatsächlich sollte sich niemand scheuen, fremde und verdächtig agierende Personen, die sich in Einfahrten und auf Grundstücken aufhalten, anzusprechen.

Da auch überquellende Briefkästen ein verräterisches Signal senden (Langfinger wissen damit, dass die Anwohner in Urlaub oder länger außer Haus sind), können Verwandte oder Nachbarn, die die Blumen gießen und die Briefkästen leeren, zudem den Eindruck erwecken, dass derzeit leer stehende Objekte bewohnt sind.

 

Zurück ins geplagte Leipzig:

Übrigens gibt auch das offizielle Stadtportal von Leipzig Tipps[2] für mehr Sicherheit im häuslichen Umfeld. Und das scheint auch nötig, denn fast ein Drittel aller Leipziger muss einräumen, bis dato noch gar keine Sicherheitstechnik installiert zu haben.

Dabei kann bereits der Einsatz von einbruchshemmenden Rollläden viele potentielle Diebe abschrecken. Gerade jetzt, wenn es wieder früher dunkel wird und Langfinger, wie auch während de Ferien, bevorzugt auf Tour gehen.

Angesichts der in der Messestadt Leipzig weit verbreiteten Doppelflügeltüren raten Polizei und Sicherheitsexperten zudem zu so genannten Kantenriegeln. Und verweisen[3] dabei auch auf Fördermöglichkeiten für Eigentümer und Mieter.

 

Seelische Folgen:

Tatsächlich sollten die sich bietenden Möglichkeiten moderner Sicherungstechnik umfangreich genutzt werden. Schließlich sind gerade Wohnungseinbrüche Delikte, die neben dem materiellen Schaden auch seelische Narben zurücklassen und zu einem nachhaltig beeinträchtigten Sicherheitsgefühl führen, weiß[4] die Polizei in Sachsen. Und registriert mit Sorge, dass die ehemals rückläufigen Einbruchszahlen in Leipzig seit 2007 wieder steigen.

 

Was sagt die Versicherungsbranche?

Dass Einbrüche nicht allein in Leipzig ein heikles Thema sind, bestätigt indes der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft[5]. Denn allein in den letzten 5 Jahren hat die Zahl der Einbrüche über 30 Prozent (!) zugenommen. Das liegt nach Ansicht der Experten aber auch daran, dass viele der verbauten Fenster und Türen mit ihrer Sicherheitstechnik mittlerweile nicht mehr auf dem neusten Stand sind.

Damit machen es viele Mieter und Hauseigentümern den Tätern leicht. Denn in fast 70 Prozent der Fälle werden laut GDV verschiedene Methoden des Aufhebelns eingesetzt. Der Schaden ließe sich also begrenzen, wenn die zur Verfügung stehenden technischen Mittel, am besten in Kombination mit Alarmanlagen, genutzt würden.

 

Fazit:

Wer sein Eigentum schützen will, sollte unbedingt „am Ball bleiben“ und, ebenso wie die Tätergruppen, die heute Ihre Objekte sogar mit Drohnen ausspionieren, technisch aufrüsten!



[1] http://www.focus.de/regional/leipzig/einbruchserie-im-nordosten-leipzigs-hausbesitzer-in-thekla-in-angst-14-einbrueche-in-vier-tagen_id_5255069.html

[2] http://www.leipzig.de/buergerservice-und-verwaltung/sicherheit-und-ordnung/praevention/schutz-vor-wohnungseinbruch/tipps-fuer-ihre-sicherheit/

[3] http://www.leipzig.de/buergerservice-und-verwaltung/sicherheit-und-ordnung/praevention/schutz-vor-wohnungseinbruch/foerdermoeglichkeiten/

[4] https://www.polizei.sachsen.de/de/32681.htm

[5] http://www.gdv.de/2016/05/zahl-der-wohnungseinbrueche-erreicht-hoechststand/