Auch beim Umzug die Sicherheit nicht außer Acht lassen

 

Sicherheit und Eigenschutz beginnen nicht erst in der neuen Wohnung. Vielmehr sollte bereits im Vorfeld der neue Wohnort im Hinblick auf  Kriminalität und Infrastruktur hin „abgeklopft“ werden. Zudem kann man(n) - bzw. Frau - auch beim Umzug viel falsch machen ...

 

Generell gilt hier, dass Wertgegenstände, aber auch Dinge, die uns besonders am Herzen liegen, am besten eigenverantwortlich transportiert werden. Dies hat nichts mit einem generellen Misstrauen gegenüber Speditionen und Umzugsunternehmen zu tun. Vielmehr sorgt ein Verlust von Personalausweis, Kreditkarten oder Geburtsurkunden für jede Menge Ärger ... und wie leicht könnte in der Hektik des Umzugs ein Karton schlichtweg verloren gehen?

 

Persönliche Unterlagen und Wertgegenstände erfordern besondere Wege!

sicherleben_smartsee01Daher empfiehlt sich eine gesonderte Mappe mit wichtigen Dokumenten. Wertgegenstände, wie Schmuck, Goldbarren und Münzen, aber auch antikes Glas und seltene Briefmarken, kommen ebenfalls in eine Kiste, die zum Beispiel bei Verwandten, Freunden oder vertrauenswürdigen Bekannten für den Tag der Tage sicher deponiert wird.

Eine Lösung, die übrigens auch für den Urlaub oder einen Krankenhausaufenthalt ideal ist. Denn viele Langfinger suchen sich gezielt Objekte aus, die unbewohnt sind.

 

Was empfehlen die Experten?

Aber auch der Umzug selbst stellt für potentielle Diebe eine gute Gelegenheit dar. Schließlich stehen, während des Umzugs, Haus wie auch Lieferwagen oftmals offen. Und nicht immer kann man als Eigentümer alles selbst im Blick haben. Auch ältere Verwandte, die selbst nicht mehr mit anpacken können, stellen daher eine wertvolle Hilfe dar, nämlich dadurch, dass sie in der alten Wohnung, im neuen Haus oder draußen beim Lkw mit seiner „verlockenden“ Ladung die Stellung halten.

Übrigens geht der Versicherungsschutz, den eine Hausratsversicherung bietet, bei einem Umzug innerhalb Deutschlands automatisch auf die neue ständig bewohnte Wohnung über: „Während des Umzugs besteht Versicherungsschutz in beiden Wohnungen“, erklärt[1] die Debeka-Gruppe und beantwortet auf ihrer Seite wichtige Fragen.

Zur versicherten Wohnung gehören nach Auskunft der Experten auch privat genutzte Räume in Nebengebäuden - einschließlich Garagen - auf demselben Grundstück. Nicht zur Wohnung gehören dagegen ausschließlich beruflich oder gewerblich genutzte Räume.

Im Schadensfall wird es, doch das nur am Rande, also auch darauf ankommen, wie die neue Immobilie aufgeteilt und genutzt wird.

 

Den neuen Wohnort gezielt aussuchen:

 

Wer auf Sicherheit wert legt, wird sich den neuen Wohnort womöglich ganz gezielt aussuchen. So gelten Köln und Düsseldorf, aber auch das vermeintlich beschauliche Bremen, als Hochburgen für Wohnungsauf- und -einbrüche.

Auch Taschen- und Trickdiebstähle scheinen in den Metropolen längs des Rheins gang und gebe. Die vage Vermutung vieler, Berlin müsse auch die Hochburg der Diebstähle sein, scheint sich damit nicht zu bestätigen. Dennoch gibt auch das offizielle Hauptstadtportal wichtige Tipps, wie[2] Wertgegenstände sicher verwahrt werden. Denn der vermeintlich sichere Trick mit den Wertsachen, die im Tiefkühlfach versteckt werden, ist längst auch Gaunern bekannt:

„Wertgegenstände wie Geld und Schmuck zu verstecken, ist fahrlässig“, glaubt daher auch Othmar Schaeffer von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Hamburg. Der empfiehlt Bankschließfächer. Doch Obacht: Die sind nicht zwangsläufig mit hohen Summen versichert. Wer hier große Werte (zwischen)lagert, muss mit seinem Kreditinstitut reden und die Versicherung ggf. aufstocken.

Denn auch Banken sind schon ausgeraubt werden!

 

Absolute Sicherheit, ein Wunschtraum?

Die absolute Sicherheit stellt damit eine Illusion dar. Allerdings kann ein Safe, auch ein guter Privatsafe, Diebe aufhalten. Zudem sind hier Dokumente, Briefmarken und Schmuck auch vor Bränden geschützt.

Apropos, aufhalten: Bei Beutezügen muss es schnell gehen. Daher geben viele Einbrecher auf, wenn sie nicht problemlos und binnen Minuten im Haus sind. Sicherheitsmaßnahmen wie Querriegel an Türen, aber auch einbruchshemmende Fenster, Terrassentüren und Rollläden können sich daher rasch bezahlt machen.

Wer in ein Eigenheim zieht, kann hier selbst aktiv werden; in Mietobjekten dagegen müssen derartige Baumaßnahmen mit dem Eigentümer abgeklärt und bei einem späteren Umzug ggf. wieder entfernt werden.

 

Der Umzug rückt näher:

Natürlich kann es Sinn machen, wenn für den Tag der Tage ein Umzugsunternehmen, das sich bereits bei Freunden oder den neuen Nachbarn bewährt hat, kontaktiert wird. Denn auch aufmerksame und gut geschulte Umzugshelfer können viel zur Sicherheit beitragen, wie ein Fall in Bochum gezeigt hat. Hier[3] wurden nämlich die fleißigen Helfer aufmerksam, als Personen, die offenbar nichts mit den Auftraggebern zu tun hatten, ins neue Heim liefen.

Dennoch bleibt die Erkenntnis: Jeder Umzug stellt eine unübersichtliche Situation und jede geöffnete Tür eine „Einladung“ für Ganoven dar: „Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – schließen Sie daher unbedingt Ihre Haustür ab“, rät die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Die sieht auch in den sozialen Netzwerken eine potentielle Gefahr. Denn wer seinen Urlaub oder Krankenhausaufenthalt fleißig postet, braucht sich nicht zu wundern, wenn es ungebeten Besuch gibt. Das gilt im Zweifel auch für den Umzug: Der sollte in Ruhe und ohne Vorankündigung im „Netz“ organisiert werden!



[1] https://www.debeka.de/hilfe/haeufig_gestellte_fragen/hausratversicherung/index.html#f13

[2] http://www.berlin.de/special/immobilien-und-wohnen/ratgeber/2645794-893025-einbruchgefahr-wie-man-wertgegenstaende-.html

[3] http://www.derwesten.de/staedte/bochum/polizei-mann-nutzt-umzug-fuer-diebstahl-id5128688.html