Das richtige Verhalten bei Bränden kann nicht früh genug trainiert werden



Oft beginnt es mit einem dezenten Brandgeruch. Doch selbst Schwelbrände, die von selbst wieder verlöschen, können nach Auskunft von Brandexperten zum Tod führen:

So auch in Berlin, wo  die Feuerwehr von Anwohnern alarmiert wurde und im zweiten Obergeschoss eines fünfstöckigen Hauses einen Toten entdeckt hat.

Tödliche Rauchgase:
rauchmelder_smartseeEin tragischer Fall, zumal der Schwelbrand bereits von selbst erloschen war. Den Wehrleuten bliebt daher nur noch die Übergabe an die Brandermittler der Polizei, nachdem man für ausreichend Lüftung gesorgt und die anliegenden Wohnungen auf Glutnester hin kontrolliert hatte.
Tatsächlich stellen bei Bränden nicht etwa die Flammen selbst die größte Gefahr dar. Vielmehr sind es die giftigen Rauchgase, die oftmals zum Tod führen. Das mitunter gar im Schlaf. Doch auch bei wachen Sinnen können die giftigen Dämpfe zunächst zur Ohnmacht und dann auch bald zum Tod führen. Ein Drama, das manchen von uns vielleicht noch vom Brand im Düsseldorfer Flughafen im Jahr 1996 in grausiger Erinnerung ist. Denn hier erlagen sämtliche Opfer (insgesamt waren 17 Leben zu beklagen) einer Rauchgasvergiftung!


Richtiges Verhalten bei Bränden:
Gerade bei Wohnungsbränden kommt es daher auf eine besonnenes Verhalten an. Denn Angst und Panik sind schlechte Ratgeber.
Wenn möglich, sollte man umgehend den Brandort räumen. Und zwar gebückt oder kriechend am Boden, raten  die Freiwilligen Wehren in Österreich, da am Boden Hitze und Rauchkonzentration geringer sind. Doch was ist, wenn das Treppenhaus bereits verqualmt ist?
Tatsächlich liegt hier, in einer unkontrollierten Ausbreitung der Dämpfe, eine große Gefahr. Daher sollten Türen allenfalls einen Spalt breit geöffnet und die dahinter liegenden Fluchtwege zunächst auf ihre Passierbarkeit hin überprüft werden.
Natürlich geht die Flucht nach unten. Und erfolgt im Brandfall niemals (!) via Aufzug. Bei schlechter Sicht kann das Treppengeländer als Orientierung dienen. Zwischentüren werden nach dem Passieren wieder geschlossen (aber natürlich nicht verschlossen!), so dass sich Rauch und Ruß nicht weiter unkontrolliert im Treppenhaus verteilen.
Ist der Qualm bereits so stark, dass eine Flucht nicht mehr möglich scheint, gilt es, sich am jeweiligen Aufenthaltsort einzurichten, bis die Wehr kommt. Dazu werden Ritzen abgedichtet, durch die womöglich der Rauch zieht.
Eine gute Maßnahme bilden nasse Tücher, die über die Tür gehängt werden. Das Fenster wird dagegen geöffnet. Rufe, aber auch geschwenkte Bettlaken, sollten die Retter darauf aufmerksam machen, dass hier Personen eingeschlossen sind und Hilfe gebraucht wird.

Weitere Tipps:
Apropos, Retter: Beim Anruf der Leitstelle gilt es, trotz aller verständlichen Panik, die Ruhe zu bewahren. Wo brennt es? Was brennt? Sind Menschen eingeschlossen? Droht Gefahr für Leib und Leben? Diese Fragen müssen mit dem Gegenüber geklärt werden.
Wichtig ist es, klar und deutlich zu sprechen und schwierige Straßennahmen ggf. zu buchstabieren. Gelang die Flucht, bleibt man, natürlich außerhalb der Gefahrenzone, in der Nähe, um die Retter einzuweisen.
Damit im Fall der Fälle alles glimpflich geht, ist auch die Brandprophylaxe ein großes Thema. Flure und Treppenhäuser müssen frei und gut passierbar sein. Zugestellte Fluchtwege sind ein Tabu; zudem sollte man keine Pappkartons, gelben Säcke oder Ähnliches in den Gängen und Vorräumen lagern.
Denn die locken Brandstifter an und führen, einmal entfacht, rasch zu einer starken Rauchentwicklung!

Den Ernstfall proben?
In vielen Firmen, aber auch in Schulen, sind Brandschutzübungen gang und gebe. Tatsächlich sollten bereits Kinder für dieses Thema sensibilisiert werden. Denn je früher der Nachwuchs begreift, dass offenes Feuer eine Gefahr ist, desto besser.
Doch auch für die Eltern sollte ein verantwortungsbewusster Umgang mit Kerzen, Adventskränzen und Zigarette selbstverständlich sein. Auch vom Kamin oder Grill aus können sich Brände entzünden. Die brauchen daher einen sicheren Stand bzw. eine feuerfeste Bodenplatte.
Denn jeder Brand ist ein echter Notfall, bei dem Leib und Leben in Gefahr sind. Bereits ein glühender Adventskranz kann dazu führen, dass binnen Minuten ein ganzes Haus in Flammen steht. Daher ist es wichtig, dass Anwohner bereits bei den ersten Flammen und der ersten Rauchentwicklung gewarnt werden:
Rauch- und Feuermelder stellen daher einen wichtigen und unverzichtbaren Bestandteil in jedem Brandschutzkonzept für Gewerbe- und Wohnräume dar!