Rauchgase & Co.: Spezielle Warnmelder spüren auch verborgene Giftstoffe auf!

 

Experten und Feuerwehren warnen. Denn gerade der Advent und die Weihnachtszeit werden mit ihren Lichterketten und brennenden Kerzen oftmals zur Gefahr. Doch auch Brandstiftung ist gar nicht so selten. Hier gehören Treppenhäuser und Kellerräume zu den neuralgischen Punkten, wo oftmals Schwelbrände in abgestellten Kinderwägen, Sperrmüll oder gelben Säcken entfacht werden ...

 

Gerade dann ist die Gefahr von giftigen Rauchgasen natürlich groß:

 

Rauch gefährlicher als Flammen?

 

Die sind weitaus schneller und gefährlicher als die Flammen selbst: 80 bis 90 Prozent aller Todesfälle bei Bränden gehen daher auf das Konto giftiger Gase und Dämpfe, die ein Treppenhaus und mögliche Fluchtwege rasend schnell „einnebeln“.

Ruß, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid, aber auch Stickoxide und Dioxine führen zu Ohnmacht und lassen die Opfer in der Flammenhölle ersticken. Verbrennungen sind damit oftmals sekundärer Natur.

Wie groß die Gefahr einer (tödlichen) Rauchgasvergiftung bei Bränden ist, zeigen die Zahlen. So setzen bereits 10 Kilogramm Papier und Pappe bis zu 10.000 Kubikmeter Rauch und Gas frei!

 

Mehr Rauch- als Flammentote:

 

Noch dramatischer wird es, wenn Reifen, Plastik oder ein PKW brennt. Tunnelbrände, aber auch Flammen in Fabrikhallen oder Büroräumen bergen daher eine besondere Gefahr.

Doch auch in Wohnräumen können Feuermelder Leben retten - jedenfalls dann, wenn sie an den richtigen Stellen montiert werden. Dabei muss auch an Kellerräume und Dachböden gedacht werden.

Zusätzlich sollte ein Brandmelder je Etage - besser noch in jedem Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer - installiert werden. Dabei gibt es unterschiedliche Methoden, nach denen ein Brandmelder Alarm schlägt.

 

Den Flammen auf der Spur?

 

rauchmelder smartseeUnter anderem hat Stiftung Warentest den Feuermeldern schon mal auf den Zahn gefühlt und erklärt[1], dass es gute Rauchmelder bereits für 20 Euro gibt. Dabei kommt es auch darauf an, wie schnell und bei welcher Rauch(partikel)dichte das System Alarm schlägt.

Optische Rauchmelder haben dabei den Vorteil, auch bei Schwelbränden rasch reagieren zu können. Wärmemelder können dagegen immer dann, wenn hohe Brandtemperaturen zu erwarten sind, ihre Stärke ausspielen. Flammenmelder wiederum spüren offenes Feuer auf.

Es gibt also foto-optische Systeme wie auch Melder, die aufgrund thermischer Daten Alarm schlagen. Foto-elektronische Rauchmelder arbeiten dabei nach dem Prinzip, dass ein feiner Infrarotstrahl von Rauch und Rußpartikeln getrübt wird. Insofern sind auch Fehlermeldungen denkbar - etwa dann, wenn Wasserdampf, der beim Duschen entsteht oder auch Haarspray vom System falsch interpretiert wird.

Thermo-optische Rauchmelder reagieren, neben besagten Eintrübungen bzw. Brechungen des Lichtstrahl durch Rauchpartikel, zusätzlich auf steigende Temperaturen, die auf einen Brand hindeuten könnten. Zudem gibt es so genante Isolationsrauchmelder ... im Privatgebrauch stellen aber foto-optische Rauchmelder nach wie vor das am häufigsten verbaute System dar.

 

Welcher Rauchmelder kommt für mich in Frage?

 

Es gibt aber auch Kohlenmonoxid- bzw. CO-Melder, die vor dem geruch- und geschmacklosen Gas warnen. Das gilt daher als besonders leiser und heimtückischer „Killer“ und kann zum Beispiel bei defekten und nicht ordnungsgemäß gewarteten Heizungsanlagen entstehen.

In den USA sind derartige Warndetektoren bereits weit verbreitet, während die Gefahrenquelle Kohlenmonoxid hierzulande erst allmählich ins öffentliche Bewusstsein drängt. Das möchte der Verband der Feuerwehren in NRW mit (s) einem Merkblatt[2] ändern und weist auf akute Vergiftungsfälle während der Heizperiode hin.

Im Fall der Fälle sollte die 112 gewählt und die Gefahrenstelle evakuiert werden. Wichtig ist zudem, dass der Schornstein regelmäßig auf seine Durchlässigkeit hin kontrolliert wird.

Denn Sturmschäden und Vogelnester könnten den Abzug verhindern. Hier haben Schornsteinfeger vor allem Dohlen[3] und andere Höhlenbrüter im Visier.

Aber auch in Eigenregie verbaute Kaminöfen stellen eine potentielle Gefahrenquelle dar!

(Foto: ©pixabay)



[1] https://www.test.de/Rauchmelder-Gute-Melder-ab-20-Euro-der-teuerste-im-Test-versagt-4957385-0/

[2] http://www.unna.de/feuerwehr/upload/Downloads/Merkblatt_Kohlenstoffmonoxid.pdf

[3] http://www.schornsteinfegermeister.de/schornsteinfeger-informationen/gefaehrlich-dohlennester-in-schornsteinen.html